WeitblickGeld · 5 Min. Lesezeit · Stand 11. Oktober 2026
Was kostet ein Buchungssystem? Provision, Fixpreis und Zahlungsgebühren im Vergleich
Provision pro Buchung, Gebühr pro Gast, Prozente vom Umsatz oder Fixpreis: So rechnest du die Kosten einer Buchung für Pension, Restaurant und Verkostung.

Was eine Buchung kostet, hängt vom Kostenmodell ab: Provision pro Buchung, Gebühr pro Gast, Prozente vom Umsatz oder ein fixer Preis im Monat. Dazu kommen in jedem Modell die Gebühren für die Online-Zahlung. Wer vergleichen will, rechnet alle drei Posten für einen normalen Monat zusammen und teilt die Summe durch die Zahl der Buchungen.
Welche Kostenmodelle gibt es?
Fast jedes Angebot am Markt ist eine Mischung aus fünf Bausteinen. Es hilft, sie getrennt zu betrachten, weil Anbieter sie unterschiedlich benennen.
| Modell | So wird gerechnet | Typisch bei | Wächst mit dem Umsatz |
|---|---|---|---|
| Provision pro Buchung | Prozentsatz vom Buchungswert | Buchungsportalen für Unterkünfte und Erlebnisse | Ja |
| Gebühr pro Gast | Fixer Betrag je reserviertem Gast | Reservierungsportalen für Restaurants | Ja, mit der Gästezahl |
| Prozente vom Umsatz | Abo plus Buchungsgebühr in Prozent, oft auch Ticketgebühr | Buchungssoftware für Touren und Erlebnisse | Ja |
| Fixpreis | Fester Betrag im Monat, gestaffelt nach Betriebsgröße | Software für die eigene Website | Nein |
| Zahlungsgebühr | Prozentsatz plus Fixbetrag je Online-Zahlung | Jedem Modell, sobald online bezahlt wird | Ja, mit dem online bezahlten Betrag |
Was kostet die Online-Zahlung?
Die Zahlungsgebühr geht an den Zahlungsdienstleister und fällt unabhängig von der Buchungssoftware an. Stripe nennt auf seinen Preisseiten für Österreich und Deutschland dieselben Sätze (Stand 11.10.2026): 1,5 % + € 0,25 für Standardkarten aus dem EWR, 2,8 % + € 0,25 für Premiumkarten aus dem EWR, 2,5 % + € 0,25 für Karten aus dem Vereinigten Königreich und 3,15 % + € 0,25 für internationale Karten. Ist eine Währungsumrechnung nötig, kommen 2 % dazu.
Für die Rechnung heißt das: Bei einer Anzahlung von € 84 mit einer Standardkarte bleiben € 1,51 beim Zahlungsdienstleister. Hast du viele Gäste aus Übersee oder mit Firmenkarten, liegt dein Durchschnitt höher. Manche Anbieter verrechnen statt der Gebühr des Zahlungsdienstleisters eine eigene, höhere Zahlungsgebühr. Prüfe deshalb, an wen die Gebühr geht und ob darauf noch ein Aufschlag liegt.
Was zahlt eine Pension mit acht Zimmern?
Ein Rechenbeispiel: 60 Buchungen im Monat zu je € 280, also € 16.800 Umsatz. Die Hälfte kommt über ein Portal, die andere Hälfte über die eigene Website. Buchungsportale veröffentlichen meist keinen einheitlichen Satz, er steht in deinem Vertrag. Wir rechnen mit einer Annahme von 15 %.
| Posten | Rechnung | Im Monat |
|---|---|---|
| Portal, 30 Buchungen | € 8.400 × 15 % (Annahme) | € 1.260 |
| Eigene Website, Software zum Fixpreis | fixer Monatspreis (Beispiel) | € 69 |
| Zahlungsgebühr für 30 Anzahlungen | 30 × (€ 84 × 1,5 % + € 0,25) | € 45,30 |
| Summe eigene Website | € 114,30 |
Pro Buchung sind das im Beispiel € 42 über das Portal und rund € 3,80 über die eigene Website. Das Portal liefert dafür Gäste, die dich sonst nicht gefunden hätten. Die eigentliche Frage lautet also nicht „Portal oder eigene Website“, sondern: Wie viele Stammgäste und Gäste, die auf Empfehlung kommen, buchen heute über das Portal, obwohl sie dich schon kennen?
Was zahlt ein Restaurant mit 1.200 Gästen im Monat?
Restaurants zahlen bei Portalen oft pro reserviertem Gast, mit unterschiedlichen Beträgen für Gäste über das Portal und Gäste über die eigene Website. Aktuelle Beträge konnten wir auf den Anbieterseiten nicht einsehen, darum rechnen wir mit Annahmen: € 2 je Gast über das Portal, € 0,50 je Gast über das eigene Reservierungsfenster.
- Gebühr pro Gast: 400 Gäste über das Portal × € 2 = € 800, dazu 800 Gäste über die eigene Website × € 0,50 = € 400. Zusammen € 1.200 im Monat, zuzüglich einer möglichen Grundgebühr.
- Fixpreis: ein fester Betrag im Monat, je nach Anbieter und Größe des Lokals. Bei € 129 sind das rund 11 Cent je Gast.
- Zahlungsgebühren fallen im Restaurant nur an, wenn du Anzahlungen nimmst, etwa für Gruppen. Bei zehn Anzahlungen zu € 100 sind es mit Standardkarten € 17,50.
Die Gebühr pro Gast hat einen Vorteil: In einem schwachen Monat zahlst du wenig. Sie hat einen Nachteil: Ein voller Dezember kostet am meisten, obwohl die Gäste ohnehin gekommen wären.
Was zahlt ein Anbieter von Verkostungen?
Buchungssoftware für Erlebnisse kombiniert oft ein Abo mit Prozenten. Zwei öffentliche Beispiele, jeweils Stand 11.10.2026: bookingkit nennt für das Starterkit € 49 im Monat bei jährlicher Zahlung, dazu 3 % Buchungsgebühr, 3 % Online-Zahlungsgebühr und € 0,60 Ticketgebühr je Ticket. Regiondo nennt € 59 und € 99 im Monat und für Online-Buchungen eine geringe Gebühr pro Buchung, ohne die Höhe auf der Preisseite zu beziffern.
Ein neutrales Rechenbeispiel mit 120 Buchungen zu je € 70, also € 8.400 Umsatz im Monat:
| Modell | Rechnung | Im Monat |
|---|---|---|
| Abo plus 3 % vom Umsatz | € 49 + € 8.400 × 3 %, dazu 3 % Zahlungsgebühr | € 553 |
| Fixpreis | € 69, dazu 120 × (€ 70 × 1,5 % + € 0,25) Zahlungsgebühr | € 225 |
Bei 20 Buchungen im Monat sieht es anders aus: Das Prozentmodell kostet dann € 133, der Fixpreis € 95. Je kleiner der Umsatz, desto geringer der Unterschied. Rechne deshalb mit deinem stärksten und deinem schwächsten Monat.
Wie vergleichst du Angebote richtig?
- Nimm die Buchungen und den Umsatz eines normalen Monats und eines Spitzenmonats.
- Schreib je Angebot auf: Monatspreis, Prozente oder Gebühr je Buchung, Gebühr je Ticket oder Gast, Zahlungsgebühr.
- Frag nach, was auf der Preisseite fehlt: Einrichtungskosten, Mindestlaufzeit, Kosten für zusätzliche Nutzer, Gebühren auf Gutscheine und Stornos.
- Trenne Vertrieb von Verwaltung. Eine Provision für einen neuen Gast ist Werbung. Eine Provision für einen Stammgast ist eine Gebühr.
- Rechne die Summe im Monat und teile sie durch die Buchungen. Erst diese Zahl ist vergleichbar.
So rechnet EachVisit
EachVisit arbeitet mit fixen Monatspreisen, zuzüglich USt: Solo € 19, Klein € 69, Mittel ab € 129, Groß ab € 299. Auf Buchungen und Zahlungen nimmt EachVisit 0 % Provision. Online-Zahlungen laufen über dein eigenes Stripe-Konto, die Gebühren von Stripe fallen an und werden direkt zwischen dir und Stripe abgerechnet. In der geschlossenen Beta gilt Preis auf Anfrage. Die regulären Paketpreise dienen zur Orientierung; später kostenpflichtig wird es nur mit deiner aktiven Zustimmung. Was EachVisit nicht ist: ein Portal, das dir neue Gäste bringt. Gebucht wird über deine Website oder deine Buchungsseite, oder du trägst die Buchung am Telefon selbst ein.
Quellen
- Stripe: Preise und Gebühren für Österreich (abgerufen 11.10.2026)
- Stripe: Preise und Gebühren für Deutschland (abgerufen 11.10.2026)
- bookingkit: Preise (abgerufen 11.10.2026)
- Regiondo: Preise (abgerufen 11.10.2026)
Rechtliche Angaben in diesem Artikel sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung.


