WeitblickGeld · 5 Min. Lesezeit · Stand 11. Oktober 2026
Online-Zahlung bei Buchungen: wie das Geld direkt auf dein Konto kommt und was es kostet
Zahlungsanbieter oder Buchungsplattform: wer das Geld hält, wann es ausgezahlt wird, was Kartenzahlungen kosten und was bei Rückzahlung und Rückbuchung gilt.

Bei einer Online-Zahlung für eine Buchung zieht ein Zahlungsanbieter das Geld von der Karte des Gastes ein und zahlt es auf dein Bankkonto aus. Direkt auf dein Konto heißt: Die Zahlung läuft über dein eigenes Händlerkonto beim Zahlungsanbieter und nicht über das Konto der Buchungsplattform. Für eine Standardkarte aus dem Europäischen Wirtschaftsraum verlangt Stripe in Österreich und Deutschland 1,5 % plus € 0,25 je Zahlung. Ob eine Plattform darüber hinaus Provision nimmt, steht in ihrem Vertrag.
Wer macht was: Zahlungsanbieter und Buchungsplattform
Der Zahlungsanbieter, zum Beispiel Stripe, prüft die Karte, zieht den Betrag ein, hält ihn kurz und überweist ihn auf dein Bankkonto. Die Buchungsplattform weiß, was gebucht wurde, erstellt die Zahlung in der richtigen Höhe und merkt sich, ob bezahlt ist.
| Zahlung über dein eigenes Konto | Zahlung über das Konto der Plattform | |
|---|---|---|
| Wer das Geld zuerst erhält | Du, auf deinem Konto beim Zahlungsanbieter | Die Plattform, die es später an dich weitergibt |
| Gebühren | Preisliste des Zahlungsanbieters, direkt mit dir abgerechnet | Laut Vertrag der Plattform, oft Zahlungsgebühr und Provision in einem Satz |
| Auszahlung | Nach dem Plan, den du beim Zahlungsanbieter einstellst | Nach dem Rhythmus der Plattform |
| Einblick | Jede Zahlung, Rückzahlung und Rückbuchung in deinem eigenen Zugang | Abrechnung der Plattform |
| Beim Wechsel des Buchungssystems | Konto und Zahlungshistorie bleiben bei dir | Hängt vom Anbieter ab |
Keines der beiden Modelle ist von vornherein besser. Eine Plattform, die das Geld einsammelt, nimmt dir Einrichtung und Abgleich ab. Ein eigenes Konto gibt dir Kontrolle und trennt die Kosten sauber: Software hier, Zahlung dort.
Was kostet eine Kartenzahlung?
Stripe veröffentlicht für Österreich und Deutschland dieselben Standardpreise. Stand der Preisseiten: 11. Oktober 2026. Apple Pay und Google Pay sind Kartenzahlungen und kosten dasselbe wie die hinterlegte Karte.
| Zahlung | Gebühr je Transaktion |
|---|---|
| Standardkarte aus dem Europäischen Wirtschaftsraum | 1,5 % + € 0,25 |
| Premiumkarte aus dem Europäischen Wirtschaftsraum | 2,8 % + € 0,25 |
| Karte aus dem Vereinigten Königreich | 2,5 % + € 0,25 |
| Internationale Karte | 3,15 % + € 0,25 |
| Währungsumrechnung, falls nötig | zusätzlich 2 % |
| Standardauszahlung auf dein Bankkonto | kostenlos |
| Rückbuchung (Zahlungsanfechtung) | € 20,00 je Fall |
Rechenbeispiel: Ein Gast zahlt € 80 mit einer Standardkarte aus Österreich. 1,5 % sind € 1,20, dazu € 0,25, zusammen € 1,45. Auf deinem Konto kommen € 78,55 an. Bei einer Anzahlung von € 24 sind es € 0,36 plus € 0,25, also € 0,61 oder gut 2,5 %. Der feste Anteil wiegt bei kleinen Beträgen schwerer. Zum Vergleich: Nimmt eine Plattform zusätzlich 3 % Provision, sind das bei € 80 weitere € 2,40.
Wann kommt das Geld auf deinem Bankkonto an?
Nach der Zahlung ist der Betrag nicht sofort verfügbar. Stripe nennt für Österreich und Deutschland eine Standardfrist von drei Werktagen. Bei einem neuen Konto sind es zu Beginn sieben Kalendertage, und die erste Auszahlung kommt in der Regel sieben bis vierzehn Tage nach der ersten Zahlung. Du stellst selbst ein, ob täglich, wöchentlich, monatlich oder von Hand ausgezahlt wird. Der Mindestbetrag liegt bei € 1.
Anzahlung, Vorauszahlung oder Kartengarantie?
- Vorauszahlung: Der volle Preis wird bei der Buchung abgebucht. Passt für Touren, Kurse und Verkostungen mit festem Preis.
- Anzahlung: Ein Teil wird sofort abgebucht, der Rest vor Ort oder später bezahlt. Passt für Zimmer, Gruppen und lange Termine.
- Kartengarantie: Die Karte wird hinterlegt, aber nicht belastet. Belastet wird nur bei später Absage oder Nichterscheinen, nach den Bedingungen, denen der Gast zugestimmt hat.
Die Kartengarantie ist für Gäste angenehmer, für dich aber unsicherer. Eine spätere Belastung ohne Mitwirkung des Gastes kann scheitern, weil die Bank eine Freigabe durch den Karteninhaber verlangt oder die Karte nicht gedeckt ist. Eine Anzahlung ist Geld, das schon da ist.
Was passiert bei einer Rückzahlung?
Du gibst den Betrag ganz oder teilweise zurück, er geht auf die Karte des Gastes. Stripe verlangt dafür im Standardtarif keine eigene Gebühr, erstattet aber die Gebühr der ursprünglichen Zahlung nicht. Im Beispiel oben bekommt der Gast € 80 zurück, und die € 1,45 trägst du. Sind die Einnahmen schon ausgezahlt, wird die Rückzahlung mit deinen nächsten Zahlungen verrechnet. Reicht das nicht, zieht Stripe den Betrag von deinem Bankkonto ein.
Was ist eine Rückbuchung und was kostet sie?
Bei einer Rückbuchung wendet sich der Karteninhaber an seine Bank und bestreitet die Zahlung. Der Betrag wird dir sofort belastet, dazu kommt bei Stripe eine Gebühr von € 20. Du kannst Belege einreichen, etwa Buchungsbestätigung, Stornobedingungen und Teilnehmerliste. Widersprichst du, zahlst du weitere € 20, die du bei Erfolg zurückbekommst. Die Entscheidung trifft die Bank des Karteninhabers.
- Karteninhaber können in der Regel bis 120 Tage nach der Zahlung anfechten. Bei Leistungen in der Zukunft, etwa einer Buchung, beginnt die Frist meist erst mit dem Termin.
- Für deine Antwort hast du je nach Kartennetzwerk meist 7 bis 21 Tage.
- Vorbeugen hilft am meisten: ein Name auf der Kartenabrechnung, den Gäste erkennen, klare Stornobedingungen vor der Zahlung und eine schnelle Rückzahlung, wenn ein Gast im Recht ist.
So geht das mit EachVisit
In EachVisit verbindest du dein eigenes Stripe-Konto. Jede Zahlung eines Gastes wird direkt auf diesem Konto erstellt, technisch heißt das Stripe Connect Standard mit Direct Charges. Der Gast zahlt auf der Zahlungsseite von Stripe mit Karte, auf passenden Geräten auch mit Apple Pay oder Google Pay. Auszahlungen, Rückzahlungen und Rückbuchungen siehst du in deinem Stripe-Zugang. Je Angebot wählst du Zahlung vor Ort, Anzahlung, Vorauszahlung oder Kartengarantie.
EachVisit nimmt 0 % Provision und keinen Aufschlag auf Zahlungen. Die Gebühren von Stripe fallen an und werden direkt zwischen dir und Stripe abgerechnet. Die Pläne kosten im Monat: Solo € 19, Klein € 69, Mittel ab € 129, Groß ab € 299. Was fehlt: PayPal gibt es nicht, und ohne funktionierendes Stripe-Konto ist keine Online-Zahlung möglich. In der geschlossenen Beta gilt Preis auf Anfrage. Eine spätere kostenpflichtige Nutzung setzt deine aktive Zustimmung voraus.
Quellen
- Stripe: Preise und Gebühren für Österreich (abgerufen am 2026-10-11)
- Stripe: Preise und Gebühren für Deutschland (abgerufen am 2026-10-11)
- Stripe Docs: Payouts, Auszahlungsplan und Fristen je Land (abgerufen am 2026-10-11)
- Stripe Docs: Direct charges bei Stripe Connect (abgerufen am 2026-10-11)
- Stripe Docs: How disputes work (abgerufen am 2026-10-11)
Rechtliche Angaben in diesem Artikel sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung.


