WeitblickDienstleister · 6 Min. Lesezeit · Stand 11. Oktober 2026

Terminausfälle vermeiden: Erinnerungen, Anzahlung und Stornoregeln für Studios und Salons

Wie du No-Shows im Salon und Studio verringerst: wann Erinnerungen wirken, was du in Österreich und Deutschland verrechnen darfst, mit Beispieltexten.

Leere Behandlungsliege in einem ruhigen Studio am Fenster, an der Wand eine Uhr ohne Ziffern, daneben ein Hocker mit Handtuch.

Terminausfälle vermeidest du am wirksamsten, wenn du rechtzeitig erinnerst, das Absagen leicht machst und lange Termine mit einer Anzahlung oder Kartengarantie absicherst. Für versäumte Termine darfst du in Österreich und Deutschland grundsätzlich etwas verrechnen, aber nur, was deinem tatsächlichen Ausfall entspricht und was die Kundin bei der Buchung erkennen konnte. Dieser Beitrag erklärt die Rechtslage in Grundzügen und ist keine Rechtsberatung.

Was darfst du in Österreich für einen versäumten Termin verrechnen?

Die Wirtschaftskammer Niederösterreich beschreibt für Friseure zwei Wege. Der erste ist eine Vereinbarung: Du räumst der Kundin das Recht ein, gegen eine Stornogebühr bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Termin zurückzutreten. Diese Gebühr heißt rechtlich Reugeld. Du musst im Streitfall beweisen können, dass sie vereinbart war. Die WKO empfiehlt deshalb die Schriftform.

Der zweite Weg kommt ohne Vereinbarung aus. Nach § 1168 ABGB steht dir das vereinbarte Entgelt zu, wenn du zur Leistung bereit warst und der Termin aus Gründen auf Seiten der Kundin unterblieben ist. Du musst dir anrechnen lassen, was du dir erspart hast, etwa Farbe und Pflegeprodukte, und was du in der Zeit anderweitig verdient oder absichtlich nicht verdient hast. Konntest du den Platz neu vergeben, bleibt also wenig oder nichts übrig.

Gegenüber Verbraucherinnen kann ein Gericht ein Reugeld nach § 7 KSchG herabsetzen. Die WKO weist außerdem darauf hin, dass eine überhöhte Stornogebühr in Geschäftsbedingungen gegenüber Verbrauchern nach neuerer Rechtsprechung unwirksam sein kann. Feste Prozentsätze für Salons nennt die WKO nicht.

Was gilt in Deutschland?

Nach § 615 BGB kann, wer Dienste schuldet, die vereinbarte Vergütung verlangen, wenn die andere Seite die Leistung nicht annimmt. Auch hier wird abgezogen, was erspart oder anderweitig verdient wurde. Ob diese Regel auf jeden Salontermin passt, ist nicht einheitlich entschieden.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen (Stand 22. Juli 2026) hält Ausfallgebühren für grundsätzlich zulässig, wenn sie wirksam in den Geschäftsbedingungen vereinbart sind und bei der Terminbuchung ausdrücklich darauf hingewiesen wurde. Die Höhe richtet sich nach der eingeplanten Zeit und dem Vorbereitungsaufwand. Je früher abgesagt wird, desto geringer ist der Schaden. Für Pauschalen in Geschäftsbedingungen gilt § 309 Nr. 5 BGB: Sie dürfen den gewöhnlich zu erwartenden Schaden nicht übersteigen, und der Kundin muss ausdrücklich der Nachweis gestattet sein, dass kein oder ein wesentlich geringerer Schaden entstanden ist.

Wann sollte die Erinnerung kommen?

Ein Gesetz dazu gibt es nicht, und belastbare Zahlen für Salons haben wir nicht gefunden. Aus der Logik der Stornofrist ergibt sich aber eine klare Regel: Die Erinnerung muss vor dem Ende der kostenlosen Frist ankommen, sonst kann niemand mehr rechtzeitig absagen.

  1. Sofort nach der Buchung: Bestätigung mit Datum, Uhrzeit, Preis, Stornofrist und einem Link zum Absagen oder Verschieben.
  2. Etwa einen Tag vor Ablauf der Stornofrist: Erinnerung mit demselben Link. Bei einer Frist von 24 Stunden heißt das rund 48 Stunden vor dem Termin.
  3. Bei langen oder teuren Terminen zusätzlich am Vortag eine kurze Nachricht, auf Wunsch per SMS.

Anzahlung, Vorauszahlung oder Kartengarantie?

MittelSo funktioniert esPasst für
Erinnerung alleinKeine Zahlung bei der Buchung. Du verrechnest nur im Einzelfall nachträglich.Kurze Termine und Stammkundschaft
AnzahlungEin Teil des Preises wird bei der Buchung bezahlt und bei rechtzeitiger Absage zurückgegeben.Lange Behandlungen, Neukundinnen
VorauszahlungDer volle Preis wird bei der Buchung bezahlt.Kurse, Workshops, Pakete mit festem Preis
KartengarantieDie Karte wird hinterlegt, aber nicht belastet. Eine Gebühr fällt nur bei später Absage oder Nichterscheinen an.Termine, bei denen eine Anzahlung abschrecken würde

Rechenbeispiel: Eine Farbbehandlung dauert 90 Minuten und kostet € 120. Das Material dafür kostet dich € 15. Erscheint die Kundin nicht und bleibt der Platz leer, ist dein Ausfall € 105. Vergibst du 45 Minuten davon an einen Haarschnitt um € 40, sinkt er auf € 65. Eine Anzahlung von 30 % beträgt € 36. Sie deckt nicht den ganzen Ausfall, sorgt aber dafür, dass die meisten rechtzeitig absagen.

Wie formulierst du Stornoregeln?

Schreib kurz, konkret und mit Zahlen. Zeig die Regel vor dem Abschluss der Buchung und wiederhole sie in der Bestätigung. Die folgenden Texte sind Beispiele, keine geprüften Vertragsklauseln. Lass deine Fassung prüfen, in Österreich etwa über die Rechtsberatung deiner Wirtschaftskammer.

  • Kostenlose Absage: „Du kannst deinen Termin bis 24 Stunden vor Beginn kostenlos absagen oder verschieben, am einfachsten über den Link in deiner Bestätigung.“
  • Späte Absage: „Sagst du später ab oder erscheinst du nicht, verrechnen wir 50 % des Preises der gebuchten Leistung. Können wir den Termin neu vergeben, entfällt die Gebühr. Du kannst nachweisen, dass uns kein oder ein geringerer Ausfall entstanden ist.“
  • Anzahlung: „Für diese Behandlung zahlst du bei der Buchung € 36 an. Bei einer Absage bis 24 Stunden vorher bekommst du den Betrag zurück. Danach behalten wir ihn als Stornogebühr ein.“
  • Verspätung: „Kommst du mehr als 15 Minuten zu spät, kürzen wir die Behandlung oder vergeben einen neuen Termin, damit die Nächsten nicht warten.“

Bleib bei Krankheit und Notfällen kulant. Eine Gebühr, die du durchsetzt, bringt dir einmal Geld. Eine Kundin, die bleibt, bringt es dir viele Male.

So geht das mit EachVisit

EachVisit schickt die Bestätigung sofort und eine Erinnerung per E-Mail vor dem Termin. Kundinnen sagen über den Link in der E-Mail selbst ab oder verschieben innerhalb deiner Fristen. Je Angebot legst du fest, ob vor Ort, mit Anzahlung oder im Voraus bezahlt wird, bis wann die Absage kostenlos ist und welche Gebühr danach gilt. Eine Kartengarantie ist ebenfalls möglich. Die No-Show-Gebühr wird nie automatisch abgebucht: Du siehst den Betrag in einer Vorschau und gibst ihn bewusst frei.

Anzahlung, Kartengarantie und No-Show-Gebühr gibt es ab dem Plan Klein um € 69 im Monat, im Plan Solo um € 19 gibt es Erinnerungen per E-Mail. SMS gibt es ab dem Plan Mittel nach Verbrauch. Zahlungen laufen über dein eigenes Stripe-Konto, EachVisit nimmt 0 % Provision, die Gebühren von Stripe fallen an. Eine Grenze: Verschiebt eine Kundin ihren Termin, ändert das die Zahlung nicht und löst derzeit keine neue Stornogebühr aus.

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Quellen

Rechtliche Angaben in diesem Artikel sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

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