WeitblickGastgeber · 6 Min. Lesezeit · Stand 11. Oktober 2026

Weinverkostung online buchbar machen: eine Anleitung für Weingüter

Formate, Gruppengrößen, Preise, Vorauszahlung und Gutscheine: So wird die Weinverkostung auf deinem Weingut online buchbar, Schritt für Schritt.

Kellergasse mit weißen Presshäusern im Weinberg, vor einer offenen Kellertür ein Fass und ein Tisch mit Weingläsern.

Eine Weinverkostung wird online buchbar, wenn du drei Dinge festlegst: das Format mit Dauer und Plätzen, den Preis pro Person mit Zahlungsregel und die Zeiten, zu denen du Gäste empfangen willst. Dann bindest du die Buchung in deine Website ein, und Gäste wählen Termin und Personenzahl selbst. Diese Anleitung geht die Entscheidungen der Reihe nach durch.

Welche Formate eignen sich?

Die meisten Weingüter kommen mit zwei bis drei Formaten aus. Mehr Auswahl macht die Buchung langsamer und deinen Kalender unübersichtlich.

FormatAblaufPlätzeBuchung
Offene VerkostungFeste Termine, etwa Freitag und Samstag um 16 Uhr, Gäste verschiedener Gruppen sitzen zusammen8 bis 14 Plätze je TerminGäste buchen einzelne Plätze
Kellerführung mit VerkostungRundgang durch Weingarten oder Keller, danach VerkostungSo viele, wie im Keller gut stehen und hören könnenGäste buchen einzelne Plätze
Private VerkostungEine Gruppe allein, Termin nach Wahl innerhalb deiner ZeitenMindest- und Höchstzahl, etwa 4 bis 12 PersonenEine Buchung für die ganze Gruppe
Firmen und große GruppenIndividuell abgestimmt, oft mit Jause und RechnungJe nach RaumAnfrage, dann Angebot mit Anzahlung

Wie viele Plätze und welche Zeiten?

  • Rechne die Plätze vom Raum her: Sitzplätze im Verkostungsraum, Stehplätze im Keller, Gläser, und wie viele Gäste eine Person allein gut betreuen kann.
  • Plane Puffer ein. Nach 90 Minuten Verkostung brauchst du Zeit zum Abräumen, Spülen und für den Verkauf. 30 Minuten zwischen zwei Terminen sind ein vernünftiger Anfang.
  • Leg einen Vorlauf fest, zum Beispiel Buchung bis zum Vortag um 18 Uhr. So weißt du am Abend, ob du morgen im Keller stehst oder im Weingarten.
  • Sperr die Lese und deine Urlaubstage früh im Kalender. Einen gebuchten Termin abzusagen kostet mehr Vertrauen, als ihn nie anzubieten.
  • Wenn Verkostungsraum und Keller für verschiedene Formate gebraucht werden, plane sie als Räume ein, damit sich zwei Termine nicht überschneiden.

Welchen Preis und welche Zahlungsregel?

Ein Preis pro Person ist für Gäste am einfachsten zu verstehen. Schreib dazu, was enthalten ist: Zahl der Weine, Dauer, Brot oder Jause, Führung. Ob du den Betrag beim Kauf von Wein anrechnest, ist eine Geschäftsentscheidung. Anrechnen fördert den Verkauf, ein fester Preis ohne Anrechnung macht die Verkostung zu einem eigenen Angebot, das sich auch ohne Kauf trägt.

Vorauszahlung bei der Buchung löst zwei Probleme auf einmal: Wer bezahlt hat, kommt, und du musst vor Ort nicht kassieren. Für private Gruppen genügt oft eine Anzahlung. Die Gebühr für die Online-Zahlung trägst du. Stripe nennt für Österreich 1,5 % + € 0,25 für Standardkarten aus dem EWR (Stand 11.10.2026).

Rechenbeispiel: Zwei offene Verkostungen pro Woche mit je zehn Plätzen zu € 25, im Schnitt acht Plätze belegt. Das sind 16 Gäste und € 400 pro Woche, rund € 1.730 im Monat. Buchen die Gäste meist zu zweit, sind es etwa 35 Zahlungen zu € 50. Die Zahlungsgebühr beträgt dann 35 × (€ 0,75 + € 0,25) = € 35 im Monat. Der Weinverkauf nach der Verkostung kommt dazu und ist meist der größere Teil.

Was gilt bei Storno und Rücktritt?

Bei den meisten Online-Käufen können Verbraucher binnen 14 Tagen zurücktreten. Für Freizeitangebote mit festem Termin gilt das nicht: In Österreich nimmt § 18 Abs. 1 Z 10 FAGG Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen aus, wenn der Vertrag einen bestimmten Zeitpunkt oder Zeitraum vorsieht. In Deutschland steht dieselbe Ausnahme in § 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB. Eine gebuchte Verkostung an einem bestimmten Tag fällt nach dem Wortlaut darunter.

Du bestimmst die Stornofrist daher selbst und solltest sie vor der Buchung klar nennen. Üblich ist eine kostenlose Absage bis 24 oder 48 Stunden vorher, danach bleibt der bezahlte Betrag bei dir. Für Gruppen mit Jause, für die du einkaufst, sind längere Fristen vertretbar. Schreib auch dazu, was passiert, wenn du selbst absagen musst: Ersatztermin oder Geld zurück.

Was ist bei Gutscheinen zu beachten?

Gutscheine für Verkostungen verkaufen sich vor allem vor Weihnachten und bringen Gäste, die dich noch nicht kennen. Für Österreich hält die Wirtschaftskammer fest (Stand 15.10.2025): Ohne Befristung sind Gutscheine 30 Jahre gültig. Bezahlte Wertgutscheine mit einer Frist von drei Jahren oder weniger, die nur in Geschäftsbedingungen oder auf dem Formular steht, hat der Oberste Gerichtshof als unzulässig beurteilt. Ist die Frist unwirksam, gilt wieder die lange Frist. Gratisgutscheine, etwa als Dankeschön, darfst du kurz befristen.

Praktisch heißt das: Verkauf Wertgutscheine über einen Eurobetrag und führ den Restwert mit. Lautet ein Gutschein auf eine bestimmte Leistung, etwa eine Verkostung für zwei, solltest du festlegen, was bei einer Preiserhöhung gilt. In Deutschland gelten andere Fristen, die wir hier nicht geprüft haben.

Welche Regeln gelten für den Ausschank?

Für die Online-Buchung selbst gibt es keine eigenen Vorschriften. Wichtig ist, auf welcher Grundlage du ausschenkst. Der Buschenschank ist nach § 2 Abs. 1 Z 5 der Gewerbeordnung vom Gewerberecht ausgenommen. § 2 Abs. 9 beschreibt ihn als Ausschank eigener Erzeugnisse durch Besitzer von Wein- und Obstgärten. Kalte Speisen sind erlaubt, soweit das im jeweiligen Bundesland dem Herkommen entspricht, warme Speisen auf dieser Grundlage nicht. Die Details wie Anmeldung und Zeiten regeln die Buschenschankgesetze der Bundesländer.

Ob eine bezahlte Verkostung mit Jause bei dir unter den Buschenschank, den Ab-Hof-Verkauf oder ein Gastgewerbe fällt, hängt von deinem Betrieb und deinem Bundesland ab. Eine allgemeine Aussage dazu konnten wir nicht belegen. Frag deine Landwirtschaftskammer oder Wirtschaftskammer, bevor du warme Speisen oder zugekaufte Produkte ins Angebot nimmst. Dasselbe gilt für die Frage, ob und wie du Zahlungen in der Registrierkasse erfassen musst.

Die Schritte der Reihe nach

  1. Formate festlegen: Name, Dauer, Zahl der Weine, Plätze, Preis pro Person.
  2. Zeiten eintragen: feste Termine für offene Verkostungen, Zeitfenster für private, Sperrtage für Lese und Urlaub.
  3. Zahlungsregel wählen: Vorauszahlung für Einzelplätze, Anzahlung für Gruppen, dazu die Stornofrist.
  4. Texte schreiben: was enthalten ist, Treffpunkt, Parken, ob Kinder und Hunde willkommen sind, Hinweis für Fahrerinnen und Fahrer.
  5. Buchung auf der Website gut sichtbar einbauen und den Link in dein Google-Unternehmensprofil und deine Social-Media-Profile setzen.
  6. Gutscheine anlegen und rechtzeitig vor Weihnachten bewerben.
  7. Nach vier Wochen prüfen: Welche Termine bleiben leer, welche sind immer voll, und passt die Gruppengröße?

So geht das mit EachVisit

In EachVisit legst du offene Verkostungen als Termine mit Teilnehmerplätzen an und private Verkostungen als Einzeltermine mit Höchstzahl. Vorlauf, Buchungshorizont, Wochenpläne und Sperrtage stellst du je Angebot ein, Verkostungsraum und Keller lassen sich als Räume einplanen. Je Angebot wählst du Zahlung vor Ort, Anzahlung oder Vorauszahlung mit Stornofrist. Gäste kaufen Gutscheine online und lösen sie bei der Buchung ein, der Restwert bleibt erhalten. Gästezimmer und Tische im Heurigen laufen im selben System. Ab dem Plan Klein um € 69 im Monat ist alles dabei, mit 0 % Provision. Die Gebühren von Stripe fallen an. Was fehlt: ein Online-Shop für Flaschen, eine Kasse für den Ab-Hof-Verkauf, eine Warteliste für ausgebuchte Termine und weitere Sprachen neben Deutsch und Englisch.

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Quellen

Rechtliche Angaben in diesem Artikel sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

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